
...Herzlich Willkommen zum Rotkäppchen Sektseminar...
...so hieß es für den Bereich Gastronomie und zwei Außenseiter des Backwaren Bereiches am 21. Dezember 2011.
Zehn Tage vor Silvester (wo Sekt zum Nationalgetränk wird), machten sich 13 Fachlehrer der Ernst-Benary- Schule auf den Weg in die Sektkellerei Rotkäppchen nach Freyburg an der Unstrut. Unser Ziel war es, an einem Seminar für „Sensorische und technologische Aspekte bei der Wein- und Sektherstellung“ teilzunehmen.
Gesagt, getan! Kaum angekommen, nahm uns die Eventmanagerin, Frau Daniela Bothe, an die Hand und führte uns durch das „prickelnde Sektseminar“.
Zunächst erfuhren wir etwas über drei Freunde und ihre vielversprechende Geschäftsidee Mitte des 19. Jahrhunderts. Natürlich auch über die Geburtsstunde der Marke Rotkäppchen und den Bau des größten Fasses unter der Erde.
Seit 1856 wird in der traditionsreichen Rotkäppchen Sektkellerei Sekt bereitet und heute kann man sagen, Rotkäppchen ist eine faszinierende (Ost) deutsche Erfolgsgeschichte!
Nach dieser theoretischen Einführung ging es nun zur Kellerführung. Hier wurden wir in die Geheimnisse der Sektherstellung eingeweiht. Zunächst besichtigten wir den Lichthof, einen der ältesten Industriehöfe Deutschlands, gingen danach in den imposanten Domkeller mit dem größten Cuveéfass Deutschlands, welches 160000 Liter Fassungsvermögen hat, vorbei an hölzernen Rüttelpulten in das liebevoll eingerichtete Museum und anschließend -in Schutzbekleidung versteht sich- in die Flaschenabfüllung.
Nach diesem Streifzug wollten wir natürlich auch vom Geschmack des Rotkäppchen Sektes und dem Zauber des perlenden Sektes überzeugt werden.
Aber wir mussten uns noch etwas gedulden, denn nun stand erst einmal eine “Sektprüfung“ an. Dies sollte natürlich bei ungetrübten Bewusstsein und vollem Verstand geschehen, schließlich hing von diesem Test unser Zertifikat ab. Also haben wir den Test schnell und mit Bravour gemeistert (dachten wir zumindest)!
Jetzt kam endlich der gemütlichere Teil, das eigentliche Vergnügen, die sensorische Bewertung mit 4 Sektproben.
Nach dieser Verkostung war uns klar, warum Deutschland als weltweit größter Schaumweinmarkt gilt. Wir konnten es kaum abwarten, unseren Favoriten im Sektshop käuflich zu erwerben. Aber Halt, erst sollten wir ja unsere Zertifikate ausgehändigt bekommen. Gespannt lauschten wir den Ergebnissen, unsere Auszubildenden können stolz auf ihre Lehrer sein !! Alle bekamen mit Superergebnissen (weil wir aufgepasst haben), ihr Zertifikat. Damit war das offizielle Seminar beendet, das uns von Anfang an in den Bann zog.
Unser Dank gilt Frau Bothe, die mit viel Herzblut, Engagement und geradezu schauspielerischem Talent ihre Trinksprüche und andere Einlagen zum Besten gab.
Nun wurde noch der Sektshop gestürmt und geradezu geplündert, die Ware verstaut , aber keiner dachte daran, jetzt schon nach Hause zu fahren. Also sorgten wir noch für unser leibliches Wohl, für die Senkung des Alkoholspiegels und fröhnten des Deutschen liebstem Gericht, dem Schnitzel in einer gemütlichen Kneipe um die Ecke!
Sicherlich war das nicht unsere letzte Weiterbildung in der Sektkellerei, denn da gibt es noch die Kunst des „Säbulierens“, das „Schaudegorgieren“, die „Vielfalt der Aromen“ und, und und.....
P. Amende


